Intonation und historische Stimmungen

von Andreas Puhani

Intonation und historische Stimmungen

Wenn es um Intonation geht, geht es zunächst grob gesagt um feine Tonhöhenunterschiede. Diese feinen Unterschiede lassen sich bestimmen und in der Einheit Cent angeben. Alexander John Ellis hat diese Einheit 1875 zum ersten Mal verwendet und folgendermaßen definiert: 1 Cent ist der hundertste Teil eines Halbtonschrittes der gleichstufig temperierten Stimmung (also der heute üblichen Stimmung des Klaviers).

Wer die Wahrnehmung feiner Tonhöhenunterschiede trainieren will, kann dies hier tun. Feine Tonhöhenunterschiede können sich in der Musik sehr unterschiedlich auswirken, je nachdem in welchem Zusammenhang sie vorkommen. Davon handelt das folgende Tutorial.

Der griechische Philosoph Pythagoras (6. Jhdt v. Chr.) ist heute vor allem als Mathematiker bekannt, beschäftigte sich jedoch − zumindest der Überlieferung nach − auch mit Musiktheorie. Auf ihn beruft man sich, wenn man von der der ›pythagoräischen Quinte‹ (oder auch ›pythagoreischen Quinte‹) spricht:

Die Pythagoräische Quinte wird auch reine Quinte genannt. Die beiden Töne, Quintton und Grundton, haben Frequenzen, deren Werte im Verhältnis 3 : 2 stehen. Bei einer reinen Quinte verschmelzen die beiden Töne so sehr, dass man das Quintintervall fast als Einheit wahrnimmt. Diese Quint kommt in der Obertonreihe vor, sie ist gewissermaßen naturgegeben.

Auch im abendländisches Tonsystem unserer Zeit, gut 2500 Jahre nach Pythagoras, spielen Quinten eine entscheidende Rolle. Besonders deutlich wird dies am Quintenzirkel
Hierbei spielt aber Intonation eine Rolle! Die Vorstellung eines Zirkels kann nur dann funktionieren, wenn man keine reinen (pythagoräischen) Quinten verwendet, sondern minimal kleinere, um ca. 2 Cent verengte Quinten.

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